Meine erste Montags Kolumne

Liebe Leser(-innen),

ab sofort werdet ihr hier jeden Montag meine ganz persönliche Kolumne finden.

Ich möchte hier meine Gedanken mit euch teilen, euch vielleicht den ein oder anderen Rat mit auf den Weg geben, zum Nachdenken anregen, Diskussionen eröffnen, meine Ansichten teilen aber auf keinen Fall einen auf „Gutmensch“ machen, der weiß wo es im Leben lang geht. Meine Kolumne soll  unterhalten, Neugier erwecken und ab und zu dazu anregen auch mal über den Tellerrand zu schauen und sich vielleicht auch selbst in Frage zu stellen.

Eigentlich wollte ich meinen ersten Beitrag etwas unterhaltsamer starten aber seit den Ereignissen vom letzten Wochenende bin ich einfach nicht bereit zur normalen Tagesordnung überzugehen. Zu sehr beschäftigen mich die Geschehnisse, Meinungen, Ansichten und Nachrichten der letzten Tage und Stunden. Ich bin mir sicher, dass es vielen von euch auch so geht. Ich möchte unsere öffentliche Präsenz dafür nutzen über diese Themen zu sprechen, Aufklärung zu leisten um geschürte Ängste und Sorgen zu nehmen.

Es sind keine 72 Stunden nach den Attentaten von Paris vergangen, da werden auf Kanälen wie Facebook, Twitter und Instagram wieder Stimmen laut wie: „Ein geändertes Profilbild oder der Hashtag #prayforparis bekämpft nicht den Terrorismus des IS.“  Ja wirklich? Das soll es auch gar nicht sein. Mark Zuckerberg hatte das auch sicher nicht im Sinn, als er sich mit seiner Firma dazu entschlossen hat eine Funktion bereit zu stellen, die es ermöglicht das Profilbild auf Facebook in den Farben der Tricolore zu tauchen. Ist es nicht so, dass Frankreich und seine Landsleute, sowie die Angehörigen der Opfer es verdient haben Solidarität und Anteilnahme zu erfahren? Nichts macht das leichter als öffentliche Kanäle wie z.B. Facebook dafür zu nutzen.  Nun jetzt könnte man sagen, man unterstütze damit diesen Glaubenskrieg, der vom IS geführt wird und feuert diesen obendrein an. Ich bin aber der Meinung, dass gerade diese öffentliche Reaktion eines gemeinsamen Bündnisses klar macht, „Wir machen da nicht mit“. Wir in Deutschland, wir in der EU, wir in der Welt kämpfen für ein Leben ind Freiheit, gegen Unterdrückung, gegen Terrorismus. Wir lassen uns unsere Lebensweise nicht nehmen! Warum soll man sich einschüchtern lassen und den Mund halten? Im Gegenteil, viel wichtiger ist es sich genau mit dieser Thematik zu beschäftigen, Unwissenheit zu beseitigen und Aufklärung zu schaffen. Heute Morgen wurde im TV gefragt: „Wie gehen unsere Kinder mit diesem Thema um? Wie sollen wir unseren Kindern erklären was da passiert ist?“ Ich frage: wie sollen Eltern etwas erklären können was sie aufgrund von Bildungs- und Wissenslücken gar nicht erklären können? Zu groß ist das Desinteresse zu Vieler (nicht aller Menschen) was in unserer europäischen Gemeinschaft gerade passiert. Zu oft wird einfach nur die Schlagzeile der BILD Zeitung oder diverse Stammtisch Debatten vom Proletariat weiter verbreitet. „Jetzt kommen die bösen Flüchtlinge, die uns alles weg nehmen, die uns Geld kosten, die uns die Arbeitsplätze weg nehmen wollen, die bessere Wohnungen kriegen sollen, die kriminell werden.“

Warum werden Menschen, die genau vor dem flüchten, was unsere Gemeinschaft und unsere Art zu leben bedroht, von uns wie drittklassige Menschen behandelt? Wer stellt sich denn mal genau diese Fragen: Warum flüchten diese Menschen? Vor was flüchten sie? Was ist der Unterschied zwischen Moslems und radikalen Islamisten? und vor allem: Was würde ich tun, wenn ich genau in dieser Situation wäre?

Ich erinnere mich, wie wahrscheinlich viele von euch, noch sehr genau an den 11.09.2001. Ich war 14 Jahre jung, ein unbeschwerter Teenager und wusste absolut Nichts von dem was da in der Welt vor sich ging. Ich hatte Angst, ich dachte ein weltweiter Krieg  bricht aus. Genau diese Angst konnte mir nur durch Aufklärung und Bildung genommen werden. Aufklärung darüber, dass eben nicht alle Menschen Attentäter sind nur weil sie einer anderen Religion, einer anderen ethnischen Gruppe angehören oder schlicht und ergreifend anders aussehen. Einige Jahre nach dem 11. September bin ich aufgrund meiner Schulbildung mit verschiedenen Religionen in Kontakt gekommen. Schüler, die in meinem Alter waren. Junge Leute die nur ein gemeinsames Ziel verfolgten. Man ist ins Gespräch gekommen: „Wie ist das eigentlich bei euch zu Hause? Tragt ihr immer ein Kopftuch? Was predigt denn eure Religion?“ – Genau das war es, was mir damals diese Angst genommen hat, dass eben nicht alle anderen Gruppen potentielle Attentäter sind und ich bin mir sicher, genau das ist es was auch heute die Angst nimmt oder nehmen sollte. Stellt euch die Frage nach dem warum und kommt ins Gespräch mit denen vor denen ihr Angst habt. Fragt doch mal einen gleichaltrigen jungen Mann oder Frau: „Wie bist du hier her gekommen, was hast du auf dem Weg hierher gesehen und erlebt, was sind deine Ziele und Hoffnungen in unserer Gemeinschaft?“ Kann man sich in unserer Situation eigentlich vorstellen wie traumatisiert viele der Flüchtlinge sein müssen? Wollen wir heute noch in unserer Generation als Nazis beschimpft werden, nur weil wir Deutsche sind?

„Think about the generations and say we wanna make it a better place for our children and our children´s children, so that they know what´s a better world for them and think that they can make a better place.“ – MJ

In diesem Sinne, auf ein gutes Miteinander!

Eure Chrissi

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