Vergeben und Vergessen? Wie geht man mit Enttäuschungen im Freundeskreis um?

Guten Morgen liebe Leser(-innen)!

Habt ihr heute auch schon euer erstes Türchen im Kalender geöffnet? Da ist er also nun – Dezember, die Jahreszeit in der so viele tolle Dinge erwartet werden und auch passieren sollten. „So viel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit“ – heißt es in einem musikalischem Klassiker deutscher Weihnachtslieder. Gemütliches Beisammensitzen, Kerzenschein, Duft von frisch gebackenen Plätzchen, Tannen, Orange-Zimt, Qualm erloschener Kerzen, Lichtergesindel in den Fenstern und Vorgärten Kälte – und für mich Erinnerungen an vergangene Zeiten. Insbesondere Freundschaften. Vielleicht kennt ihr das auch, vermutlich in einer anderen Form, einem anderen Zusammenhang. Für mich ist es dieser.

Heute möchte ich euch von meinen teilweise schmerzhaften Erfahrungen von vermeintlichen Freunden, sozialen Beziehungen und deren Enttäuschungen berichten. Jeder von uns geht doch anders mit enttäuschten Erwartungen um. Der eine erträgt sie ein Leben lang, aus Angst etwas zu verlieren, was er nie besaß, der andere ignoriert und blendet und hält alles aus um jegliche Konfrontation zu vermeiden, andere können nie feste Bindungen aufbauen und es gibt diese Sorte, die eine verdammt lange Zündschnur haben, geduldig alles bereden und irgendwann an dem Punkt ankommen an dem sie innerlich nur noch explodieren aber mit einer sehr ruhigen und geordneten Konsequenz das Feld verlassen und jeglichen Kontakt unterbinden.

Ich gehöre eher zu den Letzteren. Und dennoch gerät man immer wieder an den Punkt, an dem man sich die Frage stellt: Muss es denn so Final sein? Vielleicht ist es eine Art Selbstschutz um sich nicht mehr den nächsten absehbaren Enttäuschungen auszusetzen. Denn im Grunde weiß man ganz genau was als nächstes kommt. Nun, was tut einem innerlich mehr weh – Die Erinnerungen an vergangene schöne Zeiten und Erlebnisse, die unwiderruflich vorbei sind und der Gedanke nie wieder etwas mit dieser Person zu tun haben zu wollen obwohl das schmerzhaft und traurig ist oder der Fakt, dass man hin und wieder damit leben muss, dass eine Freundschaft nicht immer wie gewünscht abläuft.

An dieser Stelle greife ich noch mal den Gedanken „unerfüllte Erwartungen“ auf. Unter Umständen sollte man sich vielleicht mal überlegen ob man die Anforderungen an bestimmte Erwartungen nicht einfach zu hoch setzt und man schlussendlich diese besagten Enttäuschungen selber erzeugt? Man kennt sich doch über Jahre hinweg und weiß wie der andere tickt, wie er sich in bestimmten Situationen verhält. Irgendwann hat man sich einmal kennengelernt und aus bestimmten Gründen Sympathie füreinander empfunden, Geheimnisse geteilt und aufbewahrt bis zum heutigen Tag, lustige, traurige Tage gehabt, getröstet, gemeinsam über das Leben un den Sinn sinniert und sich gemeinsame Erinnerungen geschaffen.

So eine Explosion wie es in meinem Fall ist, ist so ähnlich wie die einer Atombombe. Danach steht kein Stein mehr auf dem Anderen und alles ist einfach nur zerstört. Aber nach verdammt langer Zeit wachsen auch auf zerstörtem Boden auch wieder kleine Triebe, die erst zu einer kleiner Pflanze und später zu tief verwurzelten Bäumen heranwachsen.

In meiner Geschichte vermisse ich meine beste Freundin zur Weihnachtszeit am meisten. Es vergeht kein Tag an dem ich nicht einmal an sie denke, mal mit lachendem und mal mit weinendem Auge und ich frage mich immer wieder kann man ein Pflaster auf die Seele kleben und alles vergeben und vergessen?

Ich komme zu dem Schluss, dass man sehr wohl vergeben und verzeihen kann aber niemals vergessen. Ob das eine Grundlage für einen Neustart sein kann, muss jeder für sich selbst entscheiden und es heißt nicht umsonst „Da gehören immer zwei dazu“. Also warum nicht einen Versuch wagen und die nächste Adventszeit wieder gemeinsam Plätzchen backen.

P.S. Hinterlasst doch einfach in einem Kommentar eure Meinung und Erfahrungen zu dem Thema.

Eure Chrissi

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